In Kleinasien wurde Pergament schnell zum beliebtesten Beschreibmaterial und gelangte von dort – vielleicht tatsächlich durch Eumenes - nach Rom. Die Römer empfanden es jedoch als barbarisch, auf toten Tieren zu schreiben und wären nicht im Traum darauf gekommen, ihre Steintafeln zu Bauschutt zu zerschlagen, ihre Wachstafeln einzuschmelzen und ihre Papyrusrollen in den Altpapiercontainer zu werfen. Sie benötigten noch gut 400 Jahre Bedenkzeit, in denen sie die glattgeschabte Tierhaut nur für kurze Notizen verwendeten, bis sie die ersten längeren Texte auf diesem Material festhielten. Allerdings bestanden sie noch eine Zeitlang auf der überlieferten Form, wie sie sie von den Papyrusrollen her kannten: Die einzelnen Bögen wurden zu langen Rollen zusammengefügt und von rechts nach links in nebeneinander gesetzten Kolumnen beschrieben. Eine bestimmte Textstelle in diesen bis zu 25 Meter langen Rollen zu finden, war sicherlich eine ziemlich zeitraubende Angelegenheit. Ab dem 4. Jahrhundert entstanden dann die ersten Handschriften in der heute noch gebräuchlichen Buchform, die Codices (Einzahl Codex, von lat. caudex - Holzscheit, da die Codices in dünne Holzbretter eingebunden waren). Diese Form war einerseits einfacher in der Handhabung, man konnte sie besser lagern und zudem konnten im Gegensatz zur Schriftrolle nun beide Seiten eines Blattes beschreiben werden.
Ebenfalls ab dieser Zeit wurde der Begriff membrana pergamena meist zu pergamena verkürzt, erstmals in Kaiser Diocletians Preisedikt aus dem Jahr 301 n. Chr., in dem die Preise für zahlreiche Handelsartikel staatlich festgelegt wurden. Aus dem lateinischen Wort pergamena wurde über das spätlateinische pergamina dann im mittelalterlichen Kirchenlatein pergamentum. Im Mittelhochdeutschen entstand daraus perment, im Alt-Französischen parchemin und im Alt-Englischen parchement.
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