Montag, 8. November 2010

Pergament heute

Ab dem 13. Jahrhundert wurde das Pergament weitgehend von dem in China erfundenen und über die Araber nach Europa gelangtem Papier ersetzt, weil dieses aus Textilabfällen (Hadern) hergestellt wurde und daher wesentlich billiger war. Hautpergament wurde jedoch aufgrund seiner weitaus größeren Haltbarkeit noch lange, teilweise bis heute, für die Ausfertigung von Urkunden, Wappendarstellungen, Stammbäumen und anderen wichtigen Dokumenten verwendet. Kaiser Maximilian I. ließ sein berühmtes Gebetbuch von 1515, an dessen Gestaltung so namhafte Künstler wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach und Hans Burgkmair beteiligt waren, in einer Prachtausgabe auf Pergament drucken, während die weiteren Ausgaben davon auf Papier gedruckt wurden.
Da Pergament nicht nur zum Beschreiben geeignet ist, behielt der Berufstand der Pergamentmacher weiterhin seine Bedeutung. Vor allem für die Bespannung von Trommeln für die Armeen, denn es kam die Zeit der großen Kriege zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert mit ihren Massenschlachten. Ansonsten beschränkte sich die Verwendung von Pergament vor allem auf Lampenschirme und – wohl wiederum eine Folge der vielen Kriege – auf Prothesenbezüge.

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